Gebäude

Trinitatiskirche

Trinitatiskirche zu Leipzig Anger-Crottendorf, Foto: Ralf MäkertDie heutige Evangelisch-Lutherische Trinitatiskirche, eine Notkirche von 1949/50, erhebt sich an der Stelle ihres zerstörten Vorgängerbaus und wendet sich mit Eingangsfront und Turm der Theodor-Neubauer-Straße 16 zu. Mit der Rückfront berührt sie den Lieselotte-Hermann-Park, der einst zur Villa des Leipziger Maschinenfabrikanten Karl Krause gehörte. In unmittelbarer Nähe befindet sich der gemeindeeigene Kindergarten. Am 4. Juni 1950 (Sonntag Trinitatis) wurde die Kirche eingeweiht.

Der Entwurf der Kirche stammte von Otto Bartning (Neckarsteinach bei Heidelberg). Die Kirche ist eine der 43 Notkirchen, die nach dem Krieg als Typenprojekte nach Entwurf von Bartning zum Ersatz für kriegszerstörte Bauten in deutschen Großstädten auf Initiative des Hilfswerkes der Evangelischen Kirche in Deutschland errichtet wurden. Die typisierten Bauteile wurden vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf gestiftet. Nach einer Aufstellung des mit der Bauausführung beauftragten Leipziger Architekten Hans Degelmann handelte es sich dabei um folgende Bauteile:

  • a) das gesamte Tragwerk mit den Eisenteilen,
  • b) die Dachtafeln, die zugleich Isolierungen und innere Holzdecke bilden, und die Dachdeckung,
  • c) das gesamte Gestühl,
  • d) Gebälk und Abdeckung über den gemauerten Anbauteilen,
  • e) alle Türen und Fenster mit Beschlag,
  • f) die Empore mit einer beweglichen Wand zwischen Gemeindesaal und Kirche.

Die Ziegel für das Mauerwerk wurden aus den Trümmern der zerstörten Interimskirche, der Johannis- sowie der Matthäikirche gewonnen. Insgesamt vermauerte man 250.000 Ziegelsteine.

Die Trinitatiskirche ist eine Notkirche Typ B. Es handelt sich um eine Holzkonstruktion bestehend aus neun Dreigelenkbogenbindern in genagelter Vollwandform mit 11,50 m Stützweite und 11,25 m Höhe. In Anger-Crottendorf ergibt sich durch die Aufstellung von sieben Doppelbindern im Schiff und vier halben Bindern im Altarbereich eine Saalkirche mit 5/8-Schluss. Die Gesamtlänge beträgt 27,00 m, die Gesamthöhe 12,20 m. Die Fensterzone liegt unmittelbar unterhalb des Dachansatzes und umzieht als Lichtband den Raum. Ein niedriger Anbau links der Eingangsfront und ein 24,50 m hoher Eckturm auf der rechten Seite ergänzen den vorgegebenen Bautyp.

Text: Helfried Maas


Markuskapelle

Seit 1984 wird der zur Kapelle umgebaute Saal im Pfarrhaus in der Dresdner Straße 59 für Gottesdienste genutzt. Bereits im Vorgängerbau der Kirche, der Reudnitzer Friedhofskapelle, ertönte die sogenannte Sühneglocke aus dem Jahr 1664. Sie trägt die Inschrift: „In Adulteri Punite Memoriam Anno 1664“ und wird noch immer geläutet.

In der Vorwendezeit trafen sich viele, unter anderem auch politische Gruppen im Pfarrhaus. So entstand beispielsweise eine Umweltbibliothek und der Wahlbetrug der Wahl 1989 wurde hier nachgewiesen. Szenen des Films Nikolaikirche konnten durch die noch nicht vorgenommenen Renovierungsarbeiten somit am Originalschauplatz gedreht werden.


Ehemalige Markuskirche

Die Markuskirche in Leipzig-Reudnitz von Südosten. Unbekannter Urheber um 1900. Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Sammlung Leipziger Vororte Rd. 26, abgebildet in: Heinrich Magirius/Hanna-Lore Fiedler: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Sachsen. Stadt Leipzig. Die Sakralbauten. Deutscher Kunstverlag, München 1995. ISBN 3-422-00568-4. Am 25.02.1978 wurde die von 1882 bis 1884 im neugotischen Stil errichtete St. Markuskirche gesprengt. Sie war bis dahin mit 67,10 m Höhe einer der markantesten Punkte im Leipziger Osten und stand dort, wo sich heute der Park zwischen Pfarrhaus und Köhlerstraße befindet.

Ein lesenswerter Artikel über die Kirche findet sich auf Wikipedia.